Deutsche
Twitterumfrage 2.0

#dtu2

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Was sind das für Leute, die deutschen Twitternden? Bitte füllen Sie alle Felder gewissenhaft und korrekt aus. Ihre Daten werden selbstverständlich absolut anonym behandelt. Aufgrund Ihrer Fragen können wir nicht auf Sie persönlich schließen. Das Ausfüllen dauert weniger als fünf Minuten.
Verantworlich für diese Umfrage ist Thomas Pfeiffer, Webevangelist und Moderator der
Xing Microblogging Gruppe #xmbg, folgen Sie mir auf Twitter @codeispoetry.
Vielen Dank für Ihre Teilnahme. Die Ergebnisse finden Sie hier ab dem 2. Dezember 2009.

So sah sie aus, die deutsche Twittergemeinde…
Daten vom März 2009!

Jung (32 Jahre), männlich (74%) und gebildet (78% haben Abitur). Zwei von drei betreiben einen eigenen Blog und schreiben über Technik, web2.0-Themen oder Privates. Jeder zweite stammt aus der Medien- oder Marketingbranche und jeder Vierte ist Führungskraft oder Unternehmer/in. Und die meisten (83%) schreiben hauptsächlich auf deutsch.

Frauen, so könnte man sagen, verstecken sich eher und wählen Fantasienamen.
Bemerkenswert: Deutsche Twitternde haben mehr Follower als sie selber followen, klingt komisch, ist aber so.



Datenbasis

Es wurden 2811 Datensätze eingereicht. Davon mussten 32 wegen Auffälligkeiten aussortiert werden (z.B. Geburtsjahr 1190, mehrmals das Wort „fuck“ eingetragen, etc.). Die weitere Analyse wurde deshalb mit 2779 Datensätzen durchgeführt.

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Im Schaubild dargestellt ist die Anzahl der Teilnehmenden abhängig von der Stunde seit Freischaltung der Umfrage am 8. März. Interessant dabei ist, wie schnell sich die Nachricht von der Umfrage verbreitet hat und wie schnell die Kurve nach einem Tag wieder abflacht. Die ersten 2100 Teilnehmenden nahmen innerhalb der ersten 24 Stunden seit Freischaltung der Umfrage teil, die weiteren 700 verteilen sich aber auf die folgenden zwei Wochen.

Demographische Angaben

Alter und Geschlecht

Das Durchschnittsalter liegt bei 32 Jahren, der Frauenanteil liegt bei 25,7%, wobei sich das Durchschnittsalter von Männern und Frauen nur unwesentlich (weniger als einen Monat) unterscheidet. Twitternde sind somit im Schnitt älter als die User bei anderen Sozialen Netzwerken wie Facebook (27 Jahre) und mySpace (26 Jahre) (Quelle).

Ausbildung

78% der Umfrage-Teilnehmenden haben Abitur, befinden sich im Studium oder sind bereits Akademiker. Mitteljunge, gebildete Männer bilden die Mehrheit bei Twitter.
ausbildung

Ein Viertel der im deutschsprachigen Raum Twitternden sind Führungskräfte oder Unternehmer/Unternehmerin.
position
Es überrascht kaum, dass die Hälfte aller Twitternutzenden in der Medien- oder Marketingbranche arbeitet.
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Twitterangaben

Follower, Friends

Die Teilnehmenden an der Befragung haben im Schnitt 151 Follower, folgen selbst aber nur 140 Accounts. Zu erwarten ist, dass die Gesamtanzahl von Followern und Friends gleich ist, denn jeder Follower hat gleichzeitig in dem betroffenen Account auch einen Friend.

Eine automatisierte Analyse von 38.287 deutschsprachigen Accounts ergab im Schnitt 146 Follower und 128 Friends. Die ähnlichen Größenordnungen lassen die Umfragenantworten plausibel erscheinen. Es ist nicht davon auszugehen, dass Falschaussagen die Umfrageergebnisse verfälschen.

Erklärbar wird der Unterschied zwischen Friends und Followern, wenn deutschsprachige Accounts von nicht-deutschsprachigen verfolgt werden, ihrerseits aber nicht zurückfolgen. Denkbar ist das bei bspw. holländischen Accounts. Viele Niederländer sprechen deutsch, können also deutschsprachigen Twitteraccounts folgen. Umgekehrt sprechen die Deutschen aber kein Holländisch und folgen deshalb nicht zurück. Das ist eine mögliche Erklärung, die man in einer erneuten Analyse überprüfen sollte. Interessant ist dann allerdings auch, dass Deutsche Englischsprechenden folgen, das aber nicht umgekehrt passiert.

Ebenso denkbar ist es, dass die vorliegende Stichprobe derart verschoben ist, dass bspw. ältere Accounts mit mehr Followern als Friends überrepräsentiert sind.

Accountname

45% der Teilnehmenden haben ihren Accountnamen frei erfunden, 34% haben ihn an ihren echten Namen angelehnt und 21% benutzen ihren echten Namen auch als Twitter-Usernamen.

Bemerkenswert ist, dass nur 14% der Frauen ihren echten Namen verwenden, 52% haben ihren Accountsnamen aber frei erfunden. Die Unterschiede für „erfunden“ und „echter Name“ sind statistisch hochsignifikant (Chi-Quadrat-Vierfeldertest), der Unterschied bei „angelehnt“ hingegen nicht.

Bei unter 20-Jährigen nutzen nur Jungs (18%) ihren echten Namen, aber kein einziges Mädchen.

Protected accounts

Im Gesamten sind 7% aller Accounts protected, d.h., ein Accountinhabender muss jeden Follower erst bestätigen, damit dieser seine Updates lesen kann. Unter allen Frauen liegt der Anteil bei 12%, bei Männern nur bei 5%. Der Unterschied ist statistisch hoch signifikant.

Das Alter spielt kaum eine Rolle.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei Protection und Accountname (Stellungnahme)

Dass Frauen häufiger nicht-öffentlich twittern und Accountnamen erfinden, mag überraschen und einen aufgeklärten Menschen ggf. beschämen, liegt doch die Vermutung nahe, dass sich Frauen in der (Twitter-)Öffentlichkeit besser zu schützen versuchen als Männer das tun (müssen?).
Ein Grund für diesen Unterschied liegt evtl. in den unterschiedlichen Themen, über die Frauen und Männer bloggen (siehe letzter Abschnitt). Weil Frauen häufiger über private Themen bloggen, sind ihre Twitteraccounts auch häufiger nicht öffentlich und ihre Accountnamen sollen weniger einen Rückschluss auf die tatsächliche Person zulassen. Es bleibt zu prüfen, inwiefern dies zutrifft bzw. ob für Frauen eine höhere wie auch immer geartete Gefährdung auf Twitter besteht, wovor sie sich durch erfundene Usernamen und protected Accounts zu schützen versuchen.

Twitternutzung

Sprache

83% der Befragten gaben an, überwiegend auf deutsch zu twittern, 2/3 tun dies zu 90% oder sogar 100%.

Favoriten

40% der Teilnehmenden gaben an, Favoriten angelegt zu haben, wobei die Tatsache, Favoriten angelegt zu haben, positiv mit dem Alter des Accounts korreliert. Je älter der Account, desto häufiger wird also das Feature Favoriten genutzt.

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Mobile Nutzung

62% der Befragten nutzen Twitter - zumindest hin und wieder - von unterwegs. Zwar werden, wie wir aus der Analyse von 370.000 deutschsprachigen Tweets wissen, knapp 10% der Tweets von unterwegs gesendet, aber zwei von drei Usern sind immerhin dazu in der Lage, mobil zu twittern, haben also wahrscheinlich ein mobiles Endgerät (Smartphone) oder nutzen die SMS-Schnittstelle.

Desktop-Applikationen

Niemand greift ausschließlich über die Weboberfläche auf Twitter zu. Etwa vier von fünf Usern benutzen häufiger eine Desktop-Anwendung als die native Weboberfläche von Twitter. Eine Erkenntnis, die sicherlich für mögliche Geschäftsmodelle von Twitter wichtig ist. Will Twitter bspw. Werbebanner auf der Webseite einblenden, werden diese von einem Großteil der Nutzenden gar nicht gesehen.

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Wie wird Twitter genutzt?

Etwa vier von fünf Nutzenden liest und schreibt selber Beiträge auf Twitter. Etwa 14% gibt von sich selber an, mehr des Lesens wegen bei Twitter zu sein. Der Anteil der Personen, die ausschließlich lesen und nicht selber posten, liegt bei 2%, die sog. „stille Reserve“. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 98% der Accounts auch selbst aktiv Updates schreiben.

Wozu wird Twitter genutzt?

Für Frauen ist es eher wichtiger, sich auf Twitter mit anderen auszutauschen und Kontakt zu Freunden zu halten als für Männer. Dabei sind alle Unterschiede bis auf den bei „Themenaustausch“ nach dem Chi-Quadrat-Vierfeldertest hochsignifikant.

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Follow-Management

Autofollow

6% nutzen die Möglichkeit des Autofollowens. Sie nehmen einen Zusatzdienst in Anspruch, der es ermöglicht, jedem neuen Follower automatisch, ohne eigenes Zutun, zurückzufolgen.

Eigene Follower

51% der Befragten gaben an, dass es für sie unwichtig bis sehr unwichtig ist, viele eigenen Follower zu haben, für 23% ist das wichtig bzw. sehr wichtig. Hier ist eine mögliche Verfälschung wegen sozialer Erwünschtheit zu berücksichtigen. Das bedeutet, es ist anzunehmen, dass Menschen eher geneigt sind, das sozial Erwünschte (hier: Bescheidenheit in Bezug auf viele eigene Follower) zu nennen, als ihre tatsächliche Meinung. Abgeschwächt wird dieser Fehler (Bias) durch die Anonymität des Fragebogens.

Gründe, zu followen

Für die meisten ist das Profilbild, sowie die Anzahl der Follower eher unwichtig. Viele lesen sich aber die letzten Tweets von jemandem durch, bevor sie sich für das Followen entscheiden. Zu bedenken ist, dass hier die Antworten aufgrund von sozialer Erwünschtheit (siehe oben) verfälscht sein könnten.

Für immerhin 23% ist das Profilbild wichtig oder sehr wichtig bei der Entscheidung, jemandem zu folgen oder nicht, 56% geben dagegen an, das Profilbild nicht besonders zu berücksichtigen. Zwischen Männern und Frauen besteht kein signifikanter Unterschied.

Für 81% der Befragten ist es für die Entscheidung, selbst zu folgen, unwichtig, ob jemand schon viele Follower hat.

Multiplikatoren

Andere Dienste

32% verbinden Twitter mit Facebook, 5% mit identi.ca

Eigener Blog

Mit derFrage nach einem eigenen Blog sollte eine Einschätzung darüber ermöglicht werden, ob Twitterer mögliche Multiplikatoren sind. 2/3 geben an, einen eigenen Blog zu betreiben, 18 % davon verdienen mit diesem Blog auch Geld.

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Dank

Mein Dank gilt allen Teilnehmenden an dieser Umfrage sowie @skorvo für seine Hilfe.




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